Samstag, 13. Oktober 2012

Über- und Unterhaltung

Aus dem Workshop "Kultur im Fernsehen"



Jetzt ist es genau eine Woche her, seid dem Markus Lanz zum ersten mal "Wetten dass..." moderiert hat. Eigentlich eines der Themen, die einen nicht wirklich interessieren müssen, vorausgesetzt man studiert nicht "Wetten dass..." oder Markus Lanz. Das machen aber die Wenigsten. Trotzdem gibt jeder, so wie ich es auch gerade mache, seinen Markensenf dazu, obwohl er die Show wahrscheinlich gar nicht gesehen hat. Fernsehsendungen sind etwas, zu dem jeder eine Meinung hat. Wahrscheinlich weil man bei einer Sendung nicht allzu viel machen muss außer sie sich an zu sehen. Viele bilden sich auch schon eine Meinung, nachdem sie lediglich den Trailer gesehen haben. Oft zu recht. Also kann man mit Bestimmtheit...Oh, da ruft jemand an. Ah, ein junger Mann ist am Telefon, der meint, ihn interessiere "Wetten dass..." überhaupt nicht. Nun ja, mein Bester, könnte man da nicht sagen, dass es deine Meinung ist, dass es dich nicht interessiert? Oh je, jetzt ist er beleidigt und hat aufgelegt. Egal, weiter im Konzept.


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Ach Gott, diese Werbung. Auf jeden Fall habe ich die Sendung, wie Sie es vllt. vermuten, nicht gesehen, weiß aber trotzdem, dass es mir nicht gefallen hätte. Das weiß man eben, ist halt so. Ich mag auch, wie angeblich sehr viele Leute, Markus Lanz nicht besonders gerne. Seine Talkshow, die wirklich ohne Gnade herum boulevardiert...dazu kann ich doch eigentlich nichts mehr sagen. Eigentlich wurde alles Wichtige dazu schon wo anders geschrieben, z.B. wie Phillipp Rösler auf knallhart journalistische Weise mit Lakritz konfrontiert wurde. Alter Hut, ich weiß, aber das kann man gar nicht oft genug aus der Schublade holen. Eigentlich schlägt er ja nur in die selbe Kerbe, in die bereits alle Sunnyboy/Grinsebert/Schwiegermutterliebling- Moderatoren vor ihm geschlagen haben. Lustigerweise fällt mir da gerade kein Anderer ein, wie es immer so ist, wenn man bestimmte Leute katalogisiert. Man weiß, dass es eine bestimmte Personengruppe gibt, aber man kennt eigentlich niemanden, der wirklich zu dieser Gruppe gehört. 

Vor allem aber bleibt mir Lanz wegen folgender Aktion in Erinnerung, als Helge Schneider zu Gast war:

Schneider: [...]bei Bundestagswahlen hab' ich als Wahlhelfer gearbeitet[...]
Lanz: Ehrlich? Bei welcher Partei?

Joa....

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Mal sehen wie lange es "Wetten dass..." noch geben wird. Oder wie lange Lanz als Moderator bleibt. Hoffentlich bricht sich mal wieder einer das Rückgrat, dann geht der Markus vllt. wieder.

Oh Gott, das habe ich nie gesagt. Das war nur laut gedacht, gel? Ich entschuldige mich für diese Äußerung. Sie war nicht in Ordnung und absolut geschmacklos. Zynisch obendrein. Ich entschuldige mich jetzt aber nicht, weil ich meine, dass man bestimmte Sachen nicht sagen oder schreiben darf, sondern weil ich nicht zum Idol dieser politisch unkorrekten Schwachmaten werden will, die auch noch die letzte Geschmacklosigkeit als Satire oder schwarzen Humor verkaufen will. Von solchen Deppen will ich jetzt eigentlich weniger angebetet werden. Außerdem wäre es mir zu dumm, mir jeden Tag einen neuen Holocaust-, Vergewaltigungs- oder Aidswitz ausdenken zu müssen.

Also noch mal zum Mitschreiben: Humor, wie er in der Facebook- Gruppe "[Umstrittener Humor] Mein Humor ist so schwarz, ich könnte damit Baumwolle pflücken" propagiert wird hat weder was mit Satire, schwarzem Humor oder sonst etwas in der Art zu tun, sondern ist einfach nur grenzdebil, langweilig und die billigste Art der Provokation. Die Administratoren sollten mal ein paar witzige Fotocollagen mit toten Verwandten machen, dann wären sie zumindest konsequent. 
O.K., jetzt reicht's aber dann...
Was war eigentlich das Ausgangsthema? Ach ja, Fernsehen. Wieder so eine Sache, bei der ganz, ganz viele Leute eine Meinung haben. Eine Meinung setzt allerdings nicht voraus, dass auch eine Ahnung vorhanden ist, mal so ganz nebenbei. Aber laut Verfassung ist das ja nicht so schlimm. Jetzt könnte ich natürlich noch mehr über's Fernsehen erzählen. Ich könnte sagen, dass unsere Gebühren für den ZDF Fernsehgarten raus gehauen werden. Ich könnte erläutern, warum diverse Fashion- und Beautymagazine unsere Jugend zu einheitlichen, intoleranten und oberflächlichen Leuten erziehen. Auch könnte ich herausschreien, dass RTL 2 die Animes im Nachmittagsprogramm schneidet, wo doch die Gewalt das Einzige ist, was bei einem Anime zählt. Natürlich verschweige ich auch nicht, dass Doku Soaps gescriptet und menschenverachtend sind. Und abschließend betone ich noch wie schön es ist, dass wir trotz allem Übel noch gute Sendungen wie "Switch Reloaded", "Kalkofes Mattscheibe" und "Walulis sieht fern" haben, die uns im Kampf gegen die Volksverdummung beistehen. Dann würde mich Holger Kreymeier, nach dem er diesen Eintrag gelesen hat, zu "Fernsehkritik TV" einladen und mich nach meiner Meinung fragen. Nach meiner Ahnung wahrscheinlich weniger.

Aber all das erzähle ich nicht. Aus guten Gründen. Dazu gehört zum Beispiel, dass das eh schon von genug Leuten gemacht wird, mal mehr, mal weniger gut. Auch gerne mal ganz katastrophal. Außerdem ist es im Endeffekt so: Wer sich für die ganze Sache interessiert, weiß es eh schon längst und wen es einen Dreck interessiert ( aber trotzdem eine Meinung hat) will es gar nicht wissen.

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Also, die letzte Werbeunterbrechung war jetzt mehr als unnötig. Wie auch immer, zu Letzt noch eine Nachricht an alle Fernsehgegner da draußen: Es gibt doch sicher eine Sendung/Show/TV- Serie, die ihr euch ganz gerne anschaut. Oh, und da kommt auch schon der erste Anruf. Eine junge Frau ist am Apparat und sie meint, sie schaut ganz gerne "The Big Bang Theory" aber nur im Internet. Also, auch wenn ich diese Serie ü-ber-haupt nicht lustig finde und den Favoritenstatus den sie bei Ihnen hat gar nicht nachvollziehen kann, respektiere ich das. Aber was sie vielleicht beachten sollten ist, dass eine Fernsehserie immer noch eine FERNSEHserie bleibt, auch wenn sie illegalerweise im Internet auftaucht. Ach, jetzt hat auch sie beleidigt aufgelegt. Egal. Das Fernsehen ist wie ein Misthaufen voller Rosinen. Man muss sich halt die Rosinen rauspicken. Gute Vergleiche sind was Feines.

Jetzt werde ich noch eine Frage in den Raum stellen: Wann kommt Manuel Andrack endlich zurück in die Harald Schmidt Show? Oh, da rufe ich mich ja gleich selber an und erzähle mir den Grund: Die Beiden haben damals ihre Zusammenarbeit in gegenseitigem Einvernehmen beendet, da Herr Andrack eine eher ungewisse Zukunft für die Sendung gesehen hat. Das steht unter jedem zweiten YouTube- Video. Gut, natürlich nur bei Videos von Harald Schmidt. Alles andere wäre ein wenig...na ja...komisch.

Donnerstag, 27. September 2012

Der Versuch eines Wiesn- Eintrags

Wiesn im eigentlichen Sinne


Ja, zur Zeit nennt der Ausnahmezustand wieder München sein Zuhause. Das Oktoberfest treibt die Menschenmassen auf die Theresienwiese und das Mittagessen auf die Straße. Nun fühle ich mich als Bayer und Geschädigter dazu verpflichtet einen Eintrag hierzu zu schreiben, einerseits da es sich einfach wunderbar anbietet und ich nicht auf ewige Themensuche gehen muss und andererseits weil halt.

Nun will ich allerdings nicht meinen Faschingseintrag wiederholen. Auch wenn einige kritische Komponenten bezüglich nationaler Gesinnung, Konsum und Tradition hinzu kämen. Aus diesem Grund habe ich mir etwas ganz Besonders einfallen lassen und Alois Brenner eingeladen, seines Zeichens echter Münchner und Oktoberfestexperte. So kommt also nun ein tolles Interview mit Witz und Charme und außerdem regt es zum Nachdenken an. Jeder der einmal in der Schule war, verdankt dem Satzteil "...regt zum Nachdenken an" bestimmt den einen oder anderen Minimalerfolg in einer Deutscharbeit. Je nach dem Anspruch des Lehrers war es wichtig oder unwichtig über was genau der Leser nachdenken sollte, aber eine anschließende Auseinandersetzung in gehobener Lautstärke konnte manchmal...oh, Alois nickt ein. Ich sollte mal mit dem Interview anfangen. Alois hat zuvor extra vier Helle und einen Jägermeister getrunken um richtig authentisches Zeug zu erzählen. Wir dürfen gespannt sein. Also ohne Umschweife:

Hallo Alois! Ich hoffe es geht dir gut. Sag mal, du bist ja ein Wiesnjunkie, kann man sagen *kicher*. Wann warst du zum ersten mal auf dem altehrwürdigen Münchner Oktoberfest?

*Schreckt auf* Hui! Wos? Aso...Joa, i bin da Alois!

Ja, das ist bereits bekannt, aber zur Frage: Wann war dein erster Wie..

Des wor a so: I bin jetz vierafuchzig Joahr oid. Mit siebzehne woar i zum eastn moi auf da Wiesn. Oiso konnst gonz einfach ausrechnen, wia oft i scho die Wiesn hinter mi broch hob...dreißg joahr scho.

Schon gut möglich, wenn man bedenkt dass die Tage wieder kürzer werden. Egal, nächste Frage an dich: Wie oft besuchst du denn das Oktoberfest in einer Saison?

Jedn Dog!

Ach wirklich? Du besuchst das Oktoberfest jeden Tag? Das nenne ich mal...

Jo, jedn Dog! In der Friah steh i auf, do hob i dann an Schädel aufe. Des is zwoar immer a rechts Gschiss, aber des renkt si scho ei. Mitdog geh i donn scho hi. Vorhea krotz i no a bisl an Dreck vo meina Lederhosn, des muass scho sei. Bin ja koa Gradler! Dann friss i a hendl oda a Fischsemme, des kummt auf die Laune drauf o und donn ins Zelt.

Welch Tagesplanung! In welches Zelt gehst du denn am liebsten?

Bierzelt *RÜLPS*

Ich merke, heute warst du in Fischsemmelstimmung

Negau...

Und wie sieht dann der weitere Verlauf deines Wiesntages aus? Wann gehst du wieder nach Hause?

Oiso, auf der Wiesn schau i net auf´d Uhr. Do schau i auf´n Disch, wia vui do no is und donn wiad des kalkuliert. Oba um a genaue Zeitangabe zu machen: Sechs Kriag.

Sa-gen-haft. Aber sag mal Alois, bringt so viel Alkoholkonsum den keine Probleme mit sich?

Wos? Na, Probleme hob i net mtim Bier. Und des Bier no weniger mit mia. Oba oamoi is scho wos bassiert. Do hot mi so a schiacha Lump die gonze Zeit ogschrian! Des host im Kopf net ausghoiten. Und wo i eahm gsogt hob, er soi sei Bapm hoitn, hoda weida Radau gmocht. Dann hob i eahm oane betoniert. Woast wos bassiert is? Da Kopf is obgfoin! Dann hob i überlegt: Wo vagrobst Leich? Oba dann is oana kämma, der hot mi gfrogt wos des soi und so. Dann hob i mi umgschaut und gmerkt, i bin in der Geisterbahn. Host mi? I hob da so am Geist...

Ja, das kann ja schon mal passieren, die Geisterbahn und das Bierzelt sind sich ja auch gar nicht mal so unähnlich. Aber du sprichst da gerade ein gutes Thema an. Gewalt auf der Wiesn. Wie steht es damit?

Sehr gern.

Also wie? Du befürwortest Gewalt auf dem Oktoberfest?

Net nua befüawoaten! Vor allem praktiziern! I moan, wenn da so a Ossi oda sogar a Neger is, der dei Kultur in Dreck ziagt...

In wie fern wird den die Kultur in den Dreck gezogen?

Die drong unsare Trochtn, safa unsa Bier und genga auf unser Wiesn! Die soin bleim wo´s san! Die Baraber!

Aber als Bayer mit vollgekotzter Lederhose rum laufen zieht die Kultur nicht in den Dreck oder wie?

Wer mochtn sowos?

Du! Ich seh´s doch! Eingetrocknet, verkrustet und ekelerregend.

Schmarrn!

Kein Schmarrn! Das ist eindeutig Erbrochenes auf deiner Hose, die übrigens, wenn ich mal sagen darf, recht billig verarbeitet scheint. Im Schritt ist sie ja schon komplett gerissen und...

Mia reicht´s jetz du Depp! Jetz kriagst a oane mit!

*RUMS*

Keine Angst, mir ist nichts passiert. Alois ist vom Stuhl gefallen und eingeschlafen. Die Putzfrau wird sich drum kümmern.

So viel zum Thema. Nun ja, wenn Sie mehr über das Oktoberfest erfahren wollen, können sie entweder ihr Urlaubsgeld für eine Tracht, die Sie nur einmal im Jahr tragen und Krüge voller Schaum ausgeben und nebenbei zwanghaft bayerisch reden oder Sie halten Ausschau nach der Nummer "Attacke auf Geistesmensch" von Gerhard Polt oder dem leider sehr schwer ausfindig zu machenden Film "Bierkampf" von Herbert Achternbusch. Auch ein Film ist "Bierfest". Der schneidet das Thema auch an. Ist allerdings auch leider der schlechteste Film aller Zeiten. 

Ist ja jetzt auch egal. Jedenfalls werde ich die Wiesn, wie in jedem Jahr, nicht besuchen und sollten Sie mich dort sehen, so stimmt das einfach nicht. Guten Abend!

Sonntag, 23. September 2012

Mut zur Äußerlichkeit

Schön...sehr, sehr schön
Wissen wir eigentlich welchen Dienst uns Jaques Belmónúét erwiesen hat? Natürlich nicht. Das heißt, ich weiß es. Ihr natürlich nicht. Und warum? Weil keiner sich für Geschichte und historische Personen interessiert. Lieber rumpelt man durch 's Internet und lässt die Bildung zufällig an sich heran. Wenn überhaupt. Wäre hier jemand in irgendeiner Weise an der Erweiterung seines Wissensspeichers interessiert dann wüsste er, dass Jaques Belmónúét ein Adeliger war, der von 1757 bis 1789 gelebt hat. Das wohl Wichtigste an dieser vergessenen Persönlichkeit war sein außergewöhnlich gutes Aussehen. Den Schriften nach, war er der schönste Mann der bekannten Welt. Ob dies wirklich so war, lässt sich nicht zu hundert Prozent sagen, da Daten über andere Personen des 18. Jahrhunderts nicht leicht zu bekommen sind. Nun ja, er war jedenfalls hauptberuflich schön, bis ihm 1787 ein Klavier auf´s Gesicht fiel und er unglaublich entstellt war. Er schloß sich sofort bei sich zu Hause ein, wurde depressiv, ging nicht unter Leute und gab sich langsam aber sicher dem Wahnsinn hin, der darin mündete, dass er sich sein Gesicht abschnitt, was auch letztendlich der Grund seines Ablebens war. Eigentlich wollte er noch Leonardo da Vinci damit beauftragen ihm ein neues Gesicht zu malen, was sich aber eher als schwierig erwies, da dieser tot war. Er hätte höchstens Caspar David Friedrich fragen können, wobei es fraglich ist, ob man ein Gesicht von jemandem gemalt bekommen will, bei dem die Leute in erster Linie von hinten zu sehen sind. Meiner Meinung nach rüttelt Friedrich ja gerne an der Tür zur Postkartenästhetik.

Warum erzähle ich das jetzt nochmal... ach ja genau: Von Jaques Belmónúét kommt ja die berühmte Redewendung "Nur die inneren Werte zählen". Nicht, dass sich der Herr Jaques nichts auf seine Schönheit eingebildet hätte, er wollte nur nicht als arroganter Schnösel gelten, da ihm sonst niemand mehr Geld für sein Hobby, das Käsesammeln, geliehen hätte. Jedenfalls hat dieser Satz bis heute überlebt und ist aus dem deutschen Sprachgebrauch nicht mehr weg zu denken. Wahlweise kann man anstatt ihm auch "Schönheit ist nicht alles" verwenden. Im Endeffekt ist das so auch richtig und wichtig und sollte im Umgang mit dem sozialen Umfeld beachtet werden. 

Haarig wird es, wenn es um´s Liebesleben bzw. das andere Geschlecht geht. Dann kommt natürlich jeder damit daher. Selbstverständlich ist eine Beziehung mit einer intelligenten, toleranten, weltoffenen, humorvollen, musischen und kultivierten Frau schöner als mit einem sabbelnden Klumpen, aber ich stelle mal eine gewagte These in den Raum: Jede/r will eine/n schöne/n Freund/in

Ich denke mal das kommt der Realität schon recht nahe. Ich meine dies nicht bezogen auf ein gängiges Schönheitsideal, sondern auf die eigenen Vorstellungen. Mit einer schlanken Blondine, die alle Zähne im Maul hat, wäre schließlich auch nicht jeder glücklich. Wenn Sie also irgendjemanden fragen "Hey irgendjemand, willst du einen schönen Partner?" und er antwortet darauf mit "Das ist mir schnurzpiepegal, mir kommt es nicht auf Äußerlichkeiten an", dann ist er ein (Selbstbe-) Lügner und Sie dürfen ihn verbrennen.

Es ist einfach so, dass Äußerlichkeiten wichtig sind. Da führt nichts drum rum. Da kann jetzt die "Nein!Halt!"- Fraktion kommen, die können alle das Maul halten. Man gesteht es sich natürlich ungern ein, dass man wie alle anderen auf das Äußere anderer Gestalten fixiert ist und einen Menschen, den man schön findet lieber anschaut, als einen Menschen, den man hässlich findet (Negativfaszination mal außen vor gelassen). Man will ja nicht so oberflächlich sein wie der Rest. Natürlich ist man es schon längst, man will es sich nur nicht eingestehen. Außerdem glaube ich, dass der Partner etwas blöd aus der Wäsche schaut, wenn man ihm an den Kopf schmeißt, dass es einem völlig wurscht sei, wie er aussehe. 

Am allerbesten sind ja die Leute, die eigentlich nur rumbumsen und mit sowas kommen. Schließlich kommt es beim wochenendlichen Sex mit wechselnden Partnern auf nichts anderes an, als auf´s Aussehen...und das Geschlecht. Also tut bitte nicht so obermoralisch, gebt es zu dass ihr stupide, triebgesteuert, erbärmlich, lebensunwürdig etc. seid. Ich glaube ich bin frustriert.

Bei einem selbst ist einem das Aussehen schließlich auch nicht egal. Man will ja nicht irgendwie rum laufen, was nicht heißt, dass man sofort zur wandelnden Markenmodeabteilung werden soll. Doch ich denke mal auch, dass Leute die sagen "Scheiß auf die Kleidung! Hauptsache ich hab was an" mit Gewalt versuchen alternativ und individuell zu sein. Wenn diese Leute dann in Jutesäcken herum laufen würden, wären sie zumindest konsequent. Aber nein: Diese Menschen rennen in Kleidung durch die Gegend, die sie irgendwann einmal gekauft haben und ich wage mal zu behaupten, dass sie sich beim Kauf kurz auch mal überlegt haben, ob ihnen das vor ihnen liegende Kleidungsstück gefällt oder zu ihnen passt. Ja, es gibt schon unglaubliche Leute.

Übrigens würde ich tausend mal lieber im Hipster Look d.h. mit Kastenbrille und enger Hose herumlaufen als in einer bayerischen Tracht oder einer dieser Post- Hippie Ballonhosen. 

Was wäre jetzt noch zu sagen? Ach ja, wenn Sie glauben, dass ein Kunstwerk nur gut ist, wenn es schön gemalt ist, dann spinnen Sie ein wenig.

Man kann Bob Ross gut finden oder etwas von Kunst verstehen

 Und übrigens entspreche ich auch nicht gerade dem vorherrschenden Schönheitsideal des Mannes, wenn Sie das gedacht haben. Meine Hüften sind zu breit, meine Schultern sind zu schmal und zahntechnisch herrscht bei mir Chaos. Trotzdem finde ich mich nicht wirklich hässlich. Leute die in einer Tour behaupten, sie seien hässlich sind genauso unerträglich wie Leute die in einer Tour betonen wie schön sie sind. In diesem Punkt sollten Äußerlichkeiten, dann doch wieder nicht allzu ernst genommen werden. Was will ich jetzt eigentlich? Die Überbewertung ist falsch, genauso wie der vorherrschende scheinheilige Umgang. Mir tut der Kopf weh. Gutes Ende. Wirklich gutes Ende. Hab ich toll hinbekommen. 

PS: In nächster Zeit gibt´s wieder öfter Einträge. Versprochen.

Freitag, 10. August 2012

Das wird man ja wohl noch sagen dürfen

Recht meinungsneutral


Da wir ja zum Glück in einer Zeit leben, in der es so was wie das Internet gibt, können auch Leute deren Meinung nicht allzu interessant ist, diese in der Welt verbreiten. Bevor wir allerdings diskutieren, in wie fern meine Meinung interessant ist, will ich lieber ein paar Thesen in den Raum stellen. Thesen die vllt. etwas kontrovers, wenn nicht sogar gleich subversiv oder unerhört sind. Ich hoffe schon mal, dass nach diesem Eintrag die Anzahl meiner Follower ins Unermessliche steigt, da ich genug Leuten aus der Seele rede, die ansonsten selten Zustimmung finden. Höchstwahrscheinlich aber werde ich Hassmails bekommen, wie sie ansonsten nur einer bekommt, der Katzen in die Mikrowelle schiebt.

Wie es auch immer sein wird, ich werde den größten Spaß dabei haben. Leute die alles und jeden  bis zu einem ungesunden Level ernst nehmen, kann man durch den größten Quatsch aus der Ruhe bringen. Hätte ich jetzt noch genug Leser würde das Ganze sogar noch mehr Sinn ergeben. Vielleicht wird´s auch so ganz lustig.

GANZ WICHTIG: Was von den Thesen ernst gemeint ist und was nicht, wird nicht gesagt.

  • Der Mensch zerstört die Erde nur weil es Plan der Natur ist
  • Frauen werden sich für immer freiwillig unterordnen, weil sie hoffen, dass sich die Männer gegenseitig auslöschen um danach eine komplett weibliche Zivilisation zu gründen
  • Echte Misanthropen diskutieren ihren Menschenhass nicht unter Facebook Einträgen
  • Echte Misanthropen diskutieren überhaupt nicht
  • Leute die sich als Misanthropen bezeichnen und trotzdem Freunde haben sind inkonsequent.
  • Kraftwerk waren für die Musikgeschichte wichtiger als die Beatles
  • Rammstein wollten von Anfang an nur mit nationalsozialistischen Assoziationen provozieren
  • Veganer wollen nur auffallen
  • Vegetarier projizieren ihre versteckte Intoleranz auf Fleischesser
  • Fleischesser projizieren ihre offensichtliche Intoleranz auf Vegetarier
  • Jeder zweite Vegetarier isst heimlich Fleisch
  • Jeder zweite Nichtvegetarier isst öffentlich kein Fleisch
  • Punk wurde zwar nicht 1977 erfunden, war aber 1979 zu Ende
  • Rassen und Geschlechter haben äußerliche Unterschiede
  • Tierschützer stellen sich über die Tiere, weil sie denken, dass Tiere zu schwach sind um sich selbst zu helfen
  • Naturschützer zerstören die menschliche Natur
  • Hip Hop von der East Coast ist besser als der von der West Coast
  • Christian Bale ist schwul
  • Leute, die sich mit dem dritten Reich oder dem Ku Klux Klan beschäftigen sind insgeheim davon fasziniert
  • Angelina Jolie sieht gar nicht so toll aus
  • Gitarristen und Sänger suchen in erster Linie Frauen
  • Schlagzeuger und Bassisten sind an Sexualität nicht interessiert
  • U2 waren mal gut
  • Würde ein Deutscher nach Frankreich ziehen, er würde dort mit Deutschen nie Französisch sprechen
  • Eine fremde Kultur kann eine andere Kultur nicht durch das Errichten von Gebetstempeln übernehmen
  • Eine fremde Kultur muss wissen wann Schluss ist
  • Turnschuhe zu einer Lederhose zu tragen, ist zwar kulturell betrachtet nicht richtig, aber das eigentliche Problem ist die Lederhose
  • Es ist egal wie schön und idyllisch ein Ort ist, er kann trotzdem tödlich langweilig sein
  • Dass Woody Allen seine Stieftochter geheiratet hat ist legitim und sollte nicht verurteilt werden
  • Pedophile können nichts für ihre Neigungen
  • Gandhi war für die Weltgeschichte nicht besonders wichtig
  • Leute die meinen, dass irgendwas keine Kunst ist, geben sich nicht mal die Mühe sich damit auseinander zu setzen
  • Sexualität wird überbewertet

Bloggen macht unglaublichen Spaß...

Freitag, 27. Juli 2012

Leben und leben hassen





Ich nehme mal an, unter den Lesern dieses Blocks hat sich jeder schon mal Gedanken über das Leben gemacht. Und ich meine damit jetzt nicht Gedanken über das eigene Leben ("Fahr´ ich nach Italien oder Spanien?") oder das der Anderen ("Wie kann Olaf nur in so einem Loch hausen?"), sondern um das Existieren im Allgemeinen. Natürlich kommt da die alte Frage nach dem Sinn, die oft bei gemütlichen Runden im Stadtpark diskutiert wird. Meistens kommen dann solche Sachen dabei raus wie: "Der Sinn des Lebens ist es froh zu sein und Spaß zu haben.", "Ich will unbedingt nach London! Deswegen bin ich hier." oder in ganz extremen Horrorrunden: "Es war mein Schicksal Skinhead zu sein."



Sagt man dann so was wie: "Es ist also deiner Ansicht nach vorherbestimmt, dass der Mensch glücklich ist?", dann kommt sofort "Boah Mann, mein Sinn ist das halt sein! Jeder muss sich seinen Sinn suchen!". Will man dann immer noch einen drauflegen und kommt mit "Das ist kein Sinn sondern Zeitvertreib.", dann kommt ganz schnell mal ein schönes Wort ins Spiel:

PSEUDOINTELLEKTUELL


Da wollte ich jetzt aber eigentlich gar nicht hin. Nur kurz: Wenn Sie irgendwann etwas nicht verstehen sollten, können Sie dieses Wort verwenden und keiner wird es merken. Ähnlich ist es, wenn Sie mit einer Meinung nicht konform gehen und keine Eigene haben, bzw. diese nicht untermauern können. Einfach das Wort sagen und schon sind Sie aus dem Schneider.

Aber zurück zum Thema: Leben. Genau betrachtet entbehrt das Leben eigentlich jeglichen Sinnes. Man könnte aber auch sagen, der Sinn ist ziemlich unverständlich. Mit anderen Worten Pseudo***********. Aber darauf wollten wir ja nicht mehr eingehen, gel?


Also gut, betrachten wir das Leben mal ganz genau: Für gewöhnlich steht die Geburt des Menschen am Anfang. Auf Ausnahmen wollen wir nicht eingehen, da diese nicht allzu zahlreich sind und die Statistik im Nachhinein verfälschen würden. Nachdem man also von Blut und Vaginalsekret verschmiert auf die Welt gepresst wurde, heißt es Leben bzw. Überleben. Man verbringt also sein ganzes Dasein damit sich am Leben zu erhalten und ja nicht zu sterben. Zwischendurch geht man in die Oper oder zum Fußball, das kommt auf die Bildungsschicht an. Nun versucht also der Mensch, wie bereits gesagt, einige Jahre lang am Leben zu bleiben und investiert darin viel Zeit und Geld. Anschließend folgt dann die große Pointe (Halten Sie sich fest!): Man stirbt. 


Nachdem die Lachanfälle nun abgeklungen sind, können wir wieder zurück zum Ernst. Niemand der einigermaßen mitgelesen hat, kann leugnen dass dieses Konzept ein wenig abstrus wirkt. Ganz abnorm wird es, wenn man Gott ins Spiel bringt.


Mal ehrlich: Will ich jemanden anbeten, der sich so etwas ausdenkt? 


Man könnte genauso gut einen Grundschüler mit Glasknochen (Hohoho, das ist politisch nicht korrekt, dass man Leute mit Glasknochen erwähnen tut, hohoho) gegen Vitali Klitschko antreten lassen. Es ist klar, dass sich der Junge anstrengen kann wie er will, er wird den Kampf nicht gewinnen. 



Würde Gott mit etwas daher kommen, wie "Pass auf die Kartoffeln auf!" wäre es etwas anderes. Nun Gut, es ist jetzt keine allzu erfüllende Lebensaufgabe auf die Kartoffeln auf zu passen, aber zumindest ist es eine konkrete Aussage und die Meisten würden sich sicher damit abfinden. Die meisten Leute gehen auch Arbeiten. Einige Leute würden allerdings "die Fragestellung nicht verstehen", worauf Gott zum ersten mal sehen würde, was er hier eigentlich verbockt hat und wiederum Andere würden diese Aufgabe gnadenlos hinterfragen. Diese werden allerdings nicht weiter beachtet, da sie ja pseudo************ sind. 



Nehmen wir nun einmal an, ich würde nach meinem Ableben vor Gott höchstpersönlich stehen, dass sehe ungefähr so aus:


Gott: So, wer kommt als Nächstes. Ah, Pfeiffer. Mit drei "f" oder? *kicher*


Ich: *Umpf* Ja, schon...


Gott: Gut, gut. Schauen wir doch mal in Ihrer Sündenkartei nach, ob...


Ich: Moooooment mal! Erst mal bist du mir eine Antwort schuldig! Was soll der ganze Unsinn da unten? Man werkelt, werkelt und werkelt sein ganzes Leben lang und hat nix davon! Dazwischen wird man ein paar mal verlassen und den ein oder anderen Menschen den man mag holst du dir aus Jux und Gaudi zu dir nach oben! Dann haut sich wieder jeder auf die Gosch`, irgendwo ist wieder Krieg. Dann wieder Mord, Vergewaltigung, Diebstahl, Aids, Intoleranz etc., etc. Kann ich noch mit leben. Aber die Tatsache, dass du uns auf eine sinnlose Geisterbahnfahrt schickst, in der man sich mit Leibes Kräften bemüht nicht drauf zu gehen, obwohl sowieso nichts Anderes kommt ist wirklich unter aller Sau!



Gott: *Seufz* Schau mal, dass ist wie beim Joggen. Da hat man auch kein richtiges Ziel wo man hin laufen will, aber man läuft halt. Darauf kommt es an.


Ich: Hmmm...aha...o.k.


Nach zwei Minuten fällt mir auf wie blöd und unbefriedigend diese Antwort eigentlich ist und ich will schon "Moment mal!" sagen, aber da werde ich schon von zwei muskelbepackten Engeln, die "Security" auf der Brust stehen haben ins nächste Wartezimmer geschoben. Danach kommt der übliche Mumpitz mit Urinprobe und so. 


Nun ja, andererseits ist es ungemein befreiend und erleichternd, wenn man weiß, man hat eigentlich keinen Sinn und keine Aufgabe. Das erkannte schon Sartre und hat es massentauglich vermarktet mit T-Shirts, Kaffeebechern, Mousepads und so weiter. Wenn man dies weiß und trotzdem keine Freude am Leben hat, dann kann man sich ja immer noch betrinken. Also soll sich die verwöhnte, westliche Gesellschaft nicht so anstellen und sich freuen dass sie was zu fressen haben. Mann, wenn die Kinder in Afrika nicht wären, dann wäre was los. Dann könnte man aber rum meckern und sich mal gescheit selbst bemitleiden. Wäre mal dringend nötig zur Hinterfragung des Lebenssinnes!


Was höre ich da von den billigen Plätzen? Zynisch? Politisch nicht korrekt? Pseudo************??? 


Jetzt folgt eine Schlägerei. Guter Schluss. Echt guter Schluss. 


PS: Wenn man mehr über das Leben erfahren will, kann man gute Bücher von Camus lesen, gute Filme von Woody Allen gucken oder auf die Straße gehen. Die Wahl der Straße bleibt dem Individuum überlassen.




Sonntag, 1. Juli 2012

Jetzt auch auf CD

Der Eingeweihte wird wissen, dass ich Blödsinn auch auf CD machen kann. Dieses Jahr schon zwei Mal. Und hier kann man das Alles runterladen (legal und umsonst). Ist doch mal ganz toll

ACHTUNG: Nicht hören, während ein Eintrag gelesen wird, sonst lässt die Konzentration für eins von beiden nach.

Sachen Über Zeug


http://www.mediafire.com/?ktop3lti7g0xrrt

Ich Kam Wie Es Kommen Musste





Mittwoch, 20. Juni 2012

Die Kunst des pazifistischen Kämpfens

 Kein Bild am Anfang! Ein Grund Krieg zu führen!

Endlich ist das Volk mal wieder kollektiv aktiv! Die EM ist in den Köpfen der Deutschen eingekehrt. War man vorher noch skeptisch aufgrund von verbrannten Hunden und hungernden Frauen (oder anders rum?), hat man nun alle diese Bedenken beiseite geschoben um sich wieder einmal an elf Haxen und einem Ball zu erfreuen. Im Endeffekt sollte es viel mehr EMs, WMs und H&Ms geben, damit unser völkisches Gefühl nicht in die andauernde Berg- und Talfahrt gerät, die sich vor und nach diesen Ereignissen zuträgt. Mal öfter ein Ereignis bei dem alle für´s Selbe sind und jeder das Selbe sagt, ein Ereignis bei dem jeder das Gefühl hat durch seinen Kampf die Welt zu verändern. Der Begriff "Kämpfen" muss nicht unbedingt wörtlich gemeint sein. Es reicht eigentlich, wenn man mit dabei ist und irgendwas macht, das mit der Sache zu tun hat z.B. Public Viewing. Jedenfalls ist das Alles wunderbar und sollte nicht hinterfragt werden.

Was auch so ein wunderbares "Wir halten zusammen"- Ereignis ist, ist Krieg. Ein gescheiter Krieg würde uns auch zusammenschweißen. Der Unterschied zwischen Krieg und der EM ist, dass man sich ein Peace Zeichen ins Gesicht malt und keine Deutschlandflagge. Wer auf Nummer sicher gehen will kann sich beide Motive beschriftet bei der Google Bildersuche ausdrucken. Nun, bevor Missverständnisse aufkommen: Ein Krieg, am dem wir übrigens nicht mal beteiligt sein müssen, schweißt uns nicht im Stile des ersten Weltkriegs zusammen, d.h. dass das Volk sich übermäßig auf das Geschlachte freut, sondern im pazifistischen Sinne. Alle finden den Krieg, egal gegen wen oder was und die damit verbundene Nation (USAUSAUSAUSA) voll doofidoof und zeigen dies auch öffentlich. Meistens am Wochenende auf einer Demonstration in der Nähe mit Kerzen und Transparenten.

Transparente sind bei einer Demo sowieso das Wichtigste. Der Uneingeweihte erkennt dadurch, dass diese Menschenansammlung einen Grund hat herumzustehen und Lieder zu singen, die die Interpreten selbst nicht mehr hören können. Das Basteln der Transparente ist etwas für die ganze Familie und kann so schonmal dazu führen, dass man in den eigenen vier Wänden und auf der Straße mit den Leuten einer Meinung ist. Wie kann der Krieg da etwas Schlechtes sein? Nein, Quatsch. Der Krieg gegen den Krieg. Gerade nochmal gut gegangen. Im Schnitt verdienen am Krieg die Besitzer von Bastelbedarfsgeschäften am meisten. Haben sie sonst nur Grundschullehrerinnen als Kunden, kommt nun auf einmal jeder Mensch der Frieden mag, um Farbe für die Schilder und Fahnen oder Utensilien für gelynchte Kriegstreiberpuppen zu kaufen. Von vornherein kauft der Kunde erstmal die falsche Farbe. Dieser Vorgang wiederholt sich ca. fünf mal. Entweder die Farbe bröckelt, ist zu schwach, nicht wasserdicht oder durchsichtig. Bis man dann endlich die richtige Tube vom dreckig grinsenden Bastelladenbesitzer gekauft hat, hat man eigentlich schon gar keine Lust mehr auf Frieden. Aber da man die Kinder nicht enttäuschen will, malt man Parolen und Phrasen auf die alten Bettlacken und rumpelt damit am Samstag auf die Straße.

Meine Lieblingstransparente sind übrigens die auf denen "Warum?" steht. Wahlweise auch "Why?". "Weshalb" oder "Wieso?" scheinen nicht allzu beliebt zu sein. Warum? Keine Ahnung. Ist ja auch egal. Was nicht egal ist, ist die Tatsache, dass auf Demonstrationen tausende Leute stehen, die nicht wissen warum der Krieg stattfindet, gegen den sie demonstrieren. Kann auch sein, dass sie nicht wissen warum sie demonstrieren. Das ist aber eher unwahrscheinlich. Aber mal ehrlich: Jemand der auf eine Demo geht, informiert sich grundsätzlich zuvor darüber, was die Hintergründe seines Protestes sind. Ein Krieg. Eh klar. In der Regel erklären die Auslöser des Krieges ihre Absichten in den Medien. Ob diese dumm oder gerechtfertig, eindeutig oder zwielichtig sind, ist erstmal egal. Man hat ein "warum". Wenn man es nicht glaubt, kann man sich ja bei alternativen Medien oder Verschwörungstheoretikern informieren.

Ich weiss, ich weiss. Ich übertreibe bewusst. Ich weiss, dass ungefähr die Hälfte einer Friedensdemo Ahnung von ihrer Sache hat. Trotzdem werfe ich das Wort "Warum" mit dem Satzzeichen "?" dahinter in die Phrasenkiste. Jedenfalls in diesem Zusammenhang. Auch wenn man mit den Gründen nicht konform geht, sollte es eigentlich klar sein warum Krieg ist. Jedenfalls bei den Leuten, die sich lauthals damit beschäftigen.

Weiterhin liebe ich es wenn Kinder Transparente und Plakate umher tragen auf denen steht, dass sie Angst haben und Krieg dodal doof finden. Die selben Kinder, die sich sonst mit Plastikpistolen abschießen. Nun ja, den Pazifismus müssen Kinder erst lernen. Genau wie sie lernen müssen, was Krieg ist und welchen Sinn es hat gegen ihn zu demonstrieren. Am besten man macht das schon im Kindergarten. Ich stelle mir das ungefähr so vor:

Stuhlkreis wird aufgebaut. Anstatt eines Ballspiels wird den Kinder von der nun pseudoernsten Kindergärtnerin der Krieg erklärt. Das ist lustig, denn man kann das zweideutig sehen. Wie auch immer. 

"So Kinder, wisst ihr was Krieg ist?" Sabine meldet sich, wird aber nicht beachtet. "Krieg ist, Kinder, wenn Männer mit Gewehren sich tot schießen und dann tot sind" Mindestens fünf Jungen: "Cooooooool"

Man kann Kindern, die Action Man und Revolver als Vorbild haben keinen Pazifismus nahe bringen. Soll man das? Egal, die Grinsegärtnerin schüttelt den Kopf und erklärt weiter. Die eine Hälfte hört nicht zu und die Andere ist fasziniert. Bildungsauftrag hat geklappt, ab zur Demo auf der sich die Kinder wirklich "Warum?" fragen. 

Die einzige, allerdings fragwürdige Methode wie man einem fünfjährigen Jungen die Schrecken der modernen Kriegsführung erklären kann wäre folgende:

Grinsegärtnerin: "Timo, weisst du was passieren würde, wenn Deutschland im Krieg wäre?" 
Timo: "Äh Äh"
Grinsegärtnerin: "Dann müsstest du sterben, Timo! Deine Mama, dein Papa, deine Nachbarn, dein Hamster, dein Opa, deine Oma auch. Alle müssten sterben. Man würde euch alle erschießen. Einfach so. In den Kopf. Da kommt dann ganz viel Blut und so. Igittigitt! Auch deine Freunde hier im Kindergarten müssten sterben"
Timo: "Ich hab´ hier gar keine Freunde."
 Grinsegärtnerin: "Trotzdem. Auch ich würde wahrscheinlich sterben."
Timo: >keine Reaktion<
Grinsegärtnerin (verärgert, aber trotzdem noch die Haltung bewarend): "Schlimm gell? Und jetzt mal weiter Blumen und Vögel auf das Leintuch, damit die Soldaten wissen, was wir vom Krieg halten."

Jedenfalls glaube ich, dass man Kinder so sensibilisieren kann. Kann sein. Is auch egal. Is eh kein Krieg. Is ja EM. Da würde es sich eigentlich mehr lohnen mit "Warum?"- Schildern durch die Gegend zu laufen. Aber um ehrlich zu sein: Wäre nicht EM könnten die Leute weißgottwas schlimmes anstellen. Also sein wir dankbar dafür, dass in Polien und Ukriland gekickt wird was das Zeug hält. Olé....