Freitag, 10. August 2012

Das wird man ja wohl noch sagen dürfen

Recht meinungsneutral


Da wir ja zum Glück in einer Zeit leben, in der es so was wie das Internet gibt, können auch Leute deren Meinung nicht allzu interessant ist, diese in der Welt verbreiten. Bevor wir allerdings diskutieren, in wie fern meine Meinung interessant ist, will ich lieber ein paar Thesen in den Raum stellen. Thesen die vllt. etwas kontrovers, wenn nicht sogar gleich subversiv oder unerhört sind. Ich hoffe schon mal, dass nach diesem Eintrag die Anzahl meiner Follower ins Unermessliche steigt, da ich genug Leuten aus der Seele rede, die ansonsten selten Zustimmung finden. Höchstwahrscheinlich aber werde ich Hassmails bekommen, wie sie ansonsten nur einer bekommt, der Katzen in die Mikrowelle schiebt.

Wie es auch immer sein wird, ich werde den größten Spaß dabei haben. Leute die alles und jeden  bis zu einem ungesunden Level ernst nehmen, kann man durch den größten Quatsch aus der Ruhe bringen. Hätte ich jetzt noch genug Leser würde das Ganze sogar noch mehr Sinn ergeben. Vielleicht wird´s auch so ganz lustig.

GANZ WICHTIG: Was von den Thesen ernst gemeint ist und was nicht, wird nicht gesagt.

  • Der Mensch zerstört die Erde nur weil es Plan der Natur ist
  • Frauen werden sich für immer freiwillig unterordnen, weil sie hoffen, dass sich die Männer gegenseitig auslöschen um danach eine komplett weibliche Zivilisation zu gründen
  • Echte Misanthropen diskutieren ihren Menschenhass nicht unter Facebook Einträgen
  • Echte Misanthropen diskutieren überhaupt nicht
  • Leute die sich als Misanthropen bezeichnen und trotzdem Freunde haben sind inkonsequent.
  • Kraftwerk waren für die Musikgeschichte wichtiger als die Beatles
  • Rammstein wollten von Anfang an nur mit nationalsozialistischen Assoziationen provozieren
  • Veganer wollen nur auffallen
  • Vegetarier projizieren ihre versteckte Intoleranz auf Fleischesser
  • Fleischesser projizieren ihre offensichtliche Intoleranz auf Vegetarier
  • Jeder zweite Vegetarier isst heimlich Fleisch
  • Jeder zweite Nichtvegetarier isst öffentlich kein Fleisch
  • Punk wurde zwar nicht 1977 erfunden, war aber 1979 zu Ende
  • Rassen und Geschlechter haben äußerliche Unterschiede
  • Tierschützer stellen sich über die Tiere, weil sie denken, dass Tiere zu schwach sind um sich selbst zu helfen
  • Naturschützer zerstören die menschliche Natur
  • Hip Hop von der East Coast ist besser als der von der West Coast
  • Christian Bale ist schwul
  • Leute, die sich mit dem dritten Reich oder dem Ku Klux Klan beschäftigen sind insgeheim davon fasziniert
  • Angelina Jolie sieht gar nicht so toll aus
  • Gitarristen und Sänger suchen in erster Linie Frauen
  • Schlagzeuger und Bassisten sind an Sexualität nicht interessiert
  • U2 waren mal gut
  • Würde ein Deutscher nach Frankreich ziehen, er würde dort mit Deutschen nie Französisch sprechen
  • Eine fremde Kultur kann eine andere Kultur nicht durch das Errichten von Gebetstempeln übernehmen
  • Eine fremde Kultur muss wissen wann Schluss ist
  • Turnschuhe zu einer Lederhose zu tragen, ist zwar kulturell betrachtet nicht richtig, aber das eigentliche Problem ist die Lederhose
  • Es ist egal wie schön und idyllisch ein Ort ist, er kann trotzdem tödlich langweilig sein
  • Dass Woody Allen seine Stieftochter geheiratet hat ist legitim und sollte nicht verurteilt werden
  • Pedophile können nichts für ihre Neigungen
  • Gandhi war für die Weltgeschichte nicht besonders wichtig
  • Leute die meinen, dass irgendwas keine Kunst ist, geben sich nicht mal die Mühe sich damit auseinander zu setzen
  • Sexualität wird überbewertet

Bloggen macht unglaublichen Spaß...

Freitag, 27. Juli 2012

Leben und leben hassen





Ich nehme mal an, unter den Lesern dieses Blocks hat sich jeder schon mal Gedanken über das Leben gemacht. Und ich meine damit jetzt nicht Gedanken über das eigene Leben ("Fahr´ ich nach Italien oder Spanien?") oder das der Anderen ("Wie kann Olaf nur in so einem Loch hausen?"), sondern um das Existieren im Allgemeinen. Natürlich kommt da die alte Frage nach dem Sinn, die oft bei gemütlichen Runden im Stadtpark diskutiert wird. Meistens kommen dann solche Sachen dabei raus wie: "Der Sinn des Lebens ist es froh zu sein und Spaß zu haben.", "Ich will unbedingt nach London! Deswegen bin ich hier." oder in ganz extremen Horrorrunden: "Es war mein Schicksal Skinhead zu sein."



Sagt man dann so was wie: "Es ist also deiner Ansicht nach vorherbestimmt, dass der Mensch glücklich ist?", dann kommt sofort "Boah Mann, mein Sinn ist das halt sein! Jeder muss sich seinen Sinn suchen!". Will man dann immer noch einen drauflegen und kommt mit "Das ist kein Sinn sondern Zeitvertreib.", dann kommt ganz schnell mal ein schönes Wort ins Spiel:

PSEUDOINTELLEKTUELL


Da wollte ich jetzt aber eigentlich gar nicht hin. Nur kurz: Wenn Sie irgendwann etwas nicht verstehen sollten, können Sie dieses Wort verwenden und keiner wird es merken. Ähnlich ist es, wenn Sie mit einer Meinung nicht konform gehen und keine Eigene haben, bzw. diese nicht untermauern können. Einfach das Wort sagen und schon sind Sie aus dem Schneider.

Aber zurück zum Thema: Leben. Genau betrachtet entbehrt das Leben eigentlich jeglichen Sinnes. Man könnte aber auch sagen, der Sinn ist ziemlich unverständlich. Mit anderen Worten Pseudo***********. Aber darauf wollten wir ja nicht mehr eingehen, gel?


Also gut, betrachten wir das Leben mal ganz genau: Für gewöhnlich steht die Geburt des Menschen am Anfang. Auf Ausnahmen wollen wir nicht eingehen, da diese nicht allzu zahlreich sind und die Statistik im Nachhinein verfälschen würden. Nachdem man also von Blut und Vaginalsekret verschmiert auf die Welt gepresst wurde, heißt es Leben bzw. Überleben. Man verbringt also sein ganzes Dasein damit sich am Leben zu erhalten und ja nicht zu sterben. Zwischendurch geht man in die Oper oder zum Fußball, das kommt auf die Bildungsschicht an. Nun versucht also der Mensch, wie bereits gesagt, einige Jahre lang am Leben zu bleiben und investiert darin viel Zeit und Geld. Anschließend folgt dann die große Pointe (Halten Sie sich fest!): Man stirbt. 


Nachdem die Lachanfälle nun abgeklungen sind, können wir wieder zurück zum Ernst. Niemand der einigermaßen mitgelesen hat, kann leugnen dass dieses Konzept ein wenig abstrus wirkt. Ganz abnorm wird es, wenn man Gott ins Spiel bringt.


Mal ehrlich: Will ich jemanden anbeten, der sich so etwas ausdenkt? 


Man könnte genauso gut einen Grundschüler mit Glasknochen (Hohoho, das ist politisch nicht korrekt, dass man Leute mit Glasknochen erwähnen tut, hohoho) gegen Vitali Klitschko antreten lassen. Es ist klar, dass sich der Junge anstrengen kann wie er will, er wird den Kampf nicht gewinnen. 



Würde Gott mit etwas daher kommen, wie "Pass auf die Kartoffeln auf!" wäre es etwas anderes. Nun Gut, es ist jetzt keine allzu erfüllende Lebensaufgabe auf die Kartoffeln auf zu passen, aber zumindest ist es eine konkrete Aussage und die Meisten würden sich sicher damit abfinden. Die meisten Leute gehen auch Arbeiten. Einige Leute würden allerdings "die Fragestellung nicht verstehen", worauf Gott zum ersten mal sehen würde, was er hier eigentlich verbockt hat und wiederum Andere würden diese Aufgabe gnadenlos hinterfragen. Diese werden allerdings nicht weiter beachtet, da sie ja pseudo************ sind. 



Nehmen wir nun einmal an, ich würde nach meinem Ableben vor Gott höchstpersönlich stehen, dass sehe ungefähr so aus:


Gott: So, wer kommt als Nächstes. Ah, Pfeiffer. Mit drei "f" oder? *kicher*


Ich: *Umpf* Ja, schon...


Gott: Gut, gut. Schauen wir doch mal in Ihrer Sündenkartei nach, ob...


Ich: Moooooment mal! Erst mal bist du mir eine Antwort schuldig! Was soll der ganze Unsinn da unten? Man werkelt, werkelt und werkelt sein ganzes Leben lang und hat nix davon! Dazwischen wird man ein paar mal verlassen und den ein oder anderen Menschen den man mag holst du dir aus Jux und Gaudi zu dir nach oben! Dann haut sich wieder jeder auf die Gosch`, irgendwo ist wieder Krieg. Dann wieder Mord, Vergewaltigung, Diebstahl, Aids, Intoleranz etc., etc. Kann ich noch mit leben. Aber die Tatsache, dass du uns auf eine sinnlose Geisterbahnfahrt schickst, in der man sich mit Leibes Kräften bemüht nicht drauf zu gehen, obwohl sowieso nichts Anderes kommt ist wirklich unter aller Sau!



Gott: *Seufz* Schau mal, dass ist wie beim Joggen. Da hat man auch kein richtiges Ziel wo man hin laufen will, aber man läuft halt. Darauf kommt es an.


Ich: Hmmm...aha...o.k.


Nach zwei Minuten fällt mir auf wie blöd und unbefriedigend diese Antwort eigentlich ist und ich will schon "Moment mal!" sagen, aber da werde ich schon von zwei muskelbepackten Engeln, die "Security" auf der Brust stehen haben ins nächste Wartezimmer geschoben. Danach kommt der übliche Mumpitz mit Urinprobe und so. 


Nun ja, andererseits ist es ungemein befreiend und erleichternd, wenn man weiß, man hat eigentlich keinen Sinn und keine Aufgabe. Das erkannte schon Sartre und hat es massentauglich vermarktet mit T-Shirts, Kaffeebechern, Mousepads und so weiter. Wenn man dies weiß und trotzdem keine Freude am Leben hat, dann kann man sich ja immer noch betrinken. Also soll sich die verwöhnte, westliche Gesellschaft nicht so anstellen und sich freuen dass sie was zu fressen haben. Mann, wenn die Kinder in Afrika nicht wären, dann wäre was los. Dann könnte man aber rum meckern und sich mal gescheit selbst bemitleiden. Wäre mal dringend nötig zur Hinterfragung des Lebenssinnes!


Was höre ich da von den billigen Plätzen? Zynisch? Politisch nicht korrekt? Pseudo************??? 


Jetzt folgt eine Schlägerei. Guter Schluss. Echt guter Schluss. 


PS: Wenn man mehr über das Leben erfahren will, kann man gute Bücher von Camus lesen, gute Filme von Woody Allen gucken oder auf die Straße gehen. Die Wahl der Straße bleibt dem Individuum überlassen.




Sonntag, 1. Juli 2012

Jetzt auch auf CD

Der Eingeweihte wird wissen, dass ich Blödsinn auch auf CD machen kann. Dieses Jahr schon zwei Mal. Und hier kann man das Alles runterladen (legal und umsonst). Ist doch mal ganz toll

ACHTUNG: Nicht hören, während ein Eintrag gelesen wird, sonst lässt die Konzentration für eins von beiden nach.

Sachen Über Zeug


http://www.mediafire.com/?ktop3lti7g0xrrt

Ich Kam Wie Es Kommen Musste





Mittwoch, 20. Juni 2012

Die Kunst des pazifistischen Kämpfens

 Kein Bild am Anfang! Ein Grund Krieg zu führen!

Endlich ist das Volk mal wieder kollektiv aktiv! Die EM ist in den Köpfen der Deutschen eingekehrt. War man vorher noch skeptisch aufgrund von verbrannten Hunden und hungernden Frauen (oder anders rum?), hat man nun alle diese Bedenken beiseite geschoben um sich wieder einmal an elf Haxen und einem Ball zu erfreuen. Im Endeffekt sollte es viel mehr EMs, WMs und H&Ms geben, damit unser völkisches Gefühl nicht in die andauernde Berg- und Talfahrt gerät, die sich vor und nach diesen Ereignissen zuträgt. Mal öfter ein Ereignis bei dem alle für´s Selbe sind und jeder das Selbe sagt, ein Ereignis bei dem jeder das Gefühl hat durch seinen Kampf die Welt zu verändern. Der Begriff "Kämpfen" muss nicht unbedingt wörtlich gemeint sein. Es reicht eigentlich, wenn man mit dabei ist und irgendwas macht, das mit der Sache zu tun hat z.B. Public Viewing. Jedenfalls ist das Alles wunderbar und sollte nicht hinterfragt werden.

Was auch so ein wunderbares "Wir halten zusammen"- Ereignis ist, ist Krieg. Ein gescheiter Krieg würde uns auch zusammenschweißen. Der Unterschied zwischen Krieg und der EM ist, dass man sich ein Peace Zeichen ins Gesicht malt und keine Deutschlandflagge. Wer auf Nummer sicher gehen will kann sich beide Motive beschriftet bei der Google Bildersuche ausdrucken. Nun, bevor Missverständnisse aufkommen: Ein Krieg, am dem wir übrigens nicht mal beteiligt sein müssen, schweißt uns nicht im Stile des ersten Weltkriegs zusammen, d.h. dass das Volk sich übermäßig auf das Geschlachte freut, sondern im pazifistischen Sinne. Alle finden den Krieg, egal gegen wen oder was und die damit verbundene Nation (USAUSAUSAUSA) voll doofidoof und zeigen dies auch öffentlich. Meistens am Wochenende auf einer Demonstration in der Nähe mit Kerzen und Transparenten.

Transparente sind bei einer Demo sowieso das Wichtigste. Der Uneingeweihte erkennt dadurch, dass diese Menschenansammlung einen Grund hat herumzustehen und Lieder zu singen, die die Interpreten selbst nicht mehr hören können. Das Basteln der Transparente ist etwas für die ganze Familie und kann so schonmal dazu führen, dass man in den eigenen vier Wänden und auf der Straße mit den Leuten einer Meinung ist. Wie kann der Krieg da etwas Schlechtes sein? Nein, Quatsch. Der Krieg gegen den Krieg. Gerade nochmal gut gegangen. Im Schnitt verdienen am Krieg die Besitzer von Bastelbedarfsgeschäften am meisten. Haben sie sonst nur Grundschullehrerinnen als Kunden, kommt nun auf einmal jeder Mensch der Frieden mag, um Farbe für die Schilder und Fahnen oder Utensilien für gelynchte Kriegstreiberpuppen zu kaufen. Von vornherein kauft der Kunde erstmal die falsche Farbe. Dieser Vorgang wiederholt sich ca. fünf mal. Entweder die Farbe bröckelt, ist zu schwach, nicht wasserdicht oder durchsichtig. Bis man dann endlich die richtige Tube vom dreckig grinsenden Bastelladenbesitzer gekauft hat, hat man eigentlich schon gar keine Lust mehr auf Frieden. Aber da man die Kinder nicht enttäuschen will, malt man Parolen und Phrasen auf die alten Bettlacken und rumpelt damit am Samstag auf die Straße.

Meine Lieblingstransparente sind übrigens die auf denen "Warum?" steht. Wahlweise auch "Why?". "Weshalb" oder "Wieso?" scheinen nicht allzu beliebt zu sein. Warum? Keine Ahnung. Ist ja auch egal. Was nicht egal ist, ist die Tatsache, dass auf Demonstrationen tausende Leute stehen, die nicht wissen warum der Krieg stattfindet, gegen den sie demonstrieren. Kann auch sein, dass sie nicht wissen warum sie demonstrieren. Das ist aber eher unwahrscheinlich. Aber mal ehrlich: Jemand der auf eine Demo geht, informiert sich grundsätzlich zuvor darüber, was die Hintergründe seines Protestes sind. Ein Krieg. Eh klar. In der Regel erklären die Auslöser des Krieges ihre Absichten in den Medien. Ob diese dumm oder gerechtfertig, eindeutig oder zwielichtig sind, ist erstmal egal. Man hat ein "warum". Wenn man es nicht glaubt, kann man sich ja bei alternativen Medien oder Verschwörungstheoretikern informieren.

Ich weiss, ich weiss. Ich übertreibe bewusst. Ich weiss, dass ungefähr die Hälfte einer Friedensdemo Ahnung von ihrer Sache hat. Trotzdem werfe ich das Wort "Warum" mit dem Satzzeichen "?" dahinter in die Phrasenkiste. Jedenfalls in diesem Zusammenhang. Auch wenn man mit den Gründen nicht konform geht, sollte es eigentlich klar sein warum Krieg ist. Jedenfalls bei den Leuten, die sich lauthals damit beschäftigen.

Weiterhin liebe ich es wenn Kinder Transparente und Plakate umher tragen auf denen steht, dass sie Angst haben und Krieg dodal doof finden. Die selben Kinder, die sich sonst mit Plastikpistolen abschießen. Nun ja, den Pazifismus müssen Kinder erst lernen. Genau wie sie lernen müssen, was Krieg ist und welchen Sinn es hat gegen ihn zu demonstrieren. Am besten man macht das schon im Kindergarten. Ich stelle mir das ungefähr so vor:

Stuhlkreis wird aufgebaut. Anstatt eines Ballspiels wird den Kinder von der nun pseudoernsten Kindergärtnerin der Krieg erklärt. Das ist lustig, denn man kann das zweideutig sehen. Wie auch immer. 

"So Kinder, wisst ihr was Krieg ist?" Sabine meldet sich, wird aber nicht beachtet. "Krieg ist, Kinder, wenn Männer mit Gewehren sich tot schießen und dann tot sind" Mindestens fünf Jungen: "Cooooooool"

Man kann Kindern, die Action Man und Revolver als Vorbild haben keinen Pazifismus nahe bringen. Soll man das? Egal, die Grinsegärtnerin schüttelt den Kopf und erklärt weiter. Die eine Hälfte hört nicht zu und die Andere ist fasziniert. Bildungsauftrag hat geklappt, ab zur Demo auf der sich die Kinder wirklich "Warum?" fragen. 

Die einzige, allerdings fragwürdige Methode wie man einem fünfjährigen Jungen die Schrecken der modernen Kriegsführung erklären kann wäre folgende:

Grinsegärtnerin: "Timo, weisst du was passieren würde, wenn Deutschland im Krieg wäre?" 
Timo: "Äh Äh"
Grinsegärtnerin: "Dann müsstest du sterben, Timo! Deine Mama, dein Papa, deine Nachbarn, dein Hamster, dein Opa, deine Oma auch. Alle müssten sterben. Man würde euch alle erschießen. Einfach so. In den Kopf. Da kommt dann ganz viel Blut und so. Igittigitt! Auch deine Freunde hier im Kindergarten müssten sterben"
Timo: "Ich hab´ hier gar keine Freunde."
 Grinsegärtnerin: "Trotzdem. Auch ich würde wahrscheinlich sterben."
Timo: >keine Reaktion<
Grinsegärtnerin (verärgert, aber trotzdem noch die Haltung bewarend): "Schlimm gell? Und jetzt mal weiter Blumen und Vögel auf das Leintuch, damit die Soldaten wissen, was wir vom Krieg halten."

Jedenfalls glaube ich, dass man Kinder so sensibilisieren kann. Kann sein. Is auch egal. Is eh kein Krieg. Is ja EM. Da würde es sich eigentlich mehr lohnen mit "Warum?"- Schildern durch die Gegend zu laufen. Aber um ehrlich zu sein: Wäre nicht EM könnten die Leute weißgottwas schlimmes anstellen. Also sein wir dankbar dafür, dass in Polien und Ukriland gekickt wird was das Zeug hält. Olé....

Mittwoch, 23. Mai 2012

Wenn einer eine Reise tut, kann er was erzählen, vorausgesetzt es interessiert irgendjemanden

Da fahr ich nicht mehr hin. Sehr unübersichtliche Gegend


"Reisen, das ist mal was Nützliches, da kriegt die Phantasie zu tun. Alles andere bringt nichts als Enttäuschungen und Mühsal. Unsere Reise hier findet ganz und gar in der Phantasie statt. Das ist ihre Stärke [...]"

So steht es als Vorwort (ich glaube zumindest, dass es eins ist) in meiner Ausgabe der "Reise ans Ende der Nacht" von Louis-Ferdinand Céline. Eigentlich ist damit schon alles über die Unternehmung von Reisen gesagt. Allerdings reisen die wenigsten Leute ans Ende der Nacht und noch weniger reisen in der Phantasie herum. Weswegen dieser Einstieg vllt. auch ein wenig unglücklich gewählt scheint. Auf jeden Fall geht es heute um´s Reisen und zwar nicht zum Ende der Nacht, sondern zum Arsch der Welt und auch nicht in der Phantasie, sondern in Echt.

Wobei ich eigentlich eher unbrauchbar für Reiseberichte bin, da ich in meinem bisherigen Leben noch nicht allzu viel im Ausland war. Inlandsreisen sind uninteressant, außer man war in Berlin und wenn, dann auch nur im westlichen Teil. Ich war im östlichen, also Pustekuchen. Nun aber zurück zu den Auslandserfahrungen. In Österreich war ich mehrere Male. Damit lockt man allerdings niemanden hinter´m Ofen hervor. Dreimal Italien. Jeder Deutsche war in Italien. Wenn nicht, dann ist er kein richtiger Deutscher, sondern nur einer der hier halt so wohnt. Einmal in Frankreich. Jeder Deutsche hasst Frankreich. Wenn nicht...wir wissen ja worauf´s rausläuft. Ich glaube mich wage zu erinnern auch mal in der Schweiz gewesen zu sein. Sicher bin ich allerdings nicht. Wenn ja, dann war dieses Land anscheinend nicht gerade das Interessanteste, da ich mich an nichts erinnern kann. Wie auch immer.

Eigentlich verreist man ja nicht gern. Erst ist man ewig unterwegs und wenn man angekommen ist, dann ist man unzufrieden, weil es entweder überhaupt nicht wie zuhause ist oder genau so. Wenigstens kann man danach den Leuten was erzählen, von dem man denkt, dass es sie interessiert. Wobei ich nicht wirklich glaube, dass meine Nachbarn eine Story von mir hören wollen, in der es darum geht, dass man zwei Stunden am italienischen Strand herumgelaufen ist und keinen Liegestuhl gefunden hat. Selbstverständlich hat man Salmonellen bekommen durch irgendein Softeis oder ähnliches Klump und hat den Rest des Urlaubs auf der Porzellanschüssel mit defekter Spülung verbracht hat. Zu allem Überdruß, kann man mit dem "Spanisch - Deutsch, Deutsch - Spanisch"- Langenscheidt nichts anfangen, da man feststellen musste, dass Italienisch und Spanisch doch nicht ein und die selbe Sprachen sind. Außerdem war die Pizza nicht so wie die von Wagner oder Dr. Oetker und deshalb von vorne bis hinten nicht genießbar.

Meistens sind auch die Leute scheiße. Nun ja, solche unglaublich mitreißenden Geschichten kann man dann ein Jahr lang erzählen bis zum nächsten Urlaub. Offensichtlich fahren die meisten Leute weg um sich ihr eigenes Los schön zu reden. Man redet sich dann gerne ein, dass alle Leute im Gastland so leben wie man selbst, während seiner Höllenkur. Überlegt man allerdings ein bischen länger, wird man darauf kommen, dass nicht jeder in seinem eigenen Land wie ein Tourist lebt und dies sicher auch gar nicht will. "Mooooooooooooment mal!", kommt jetzt die Stimme, die immer Antworten auf irgendwas will, "wenn ich in den Urlaub fahre, dann kann ich dieses Land doch nur als Tourist erleben und kann mir gar kein Bild über ein gewöhnliches Leben in diesem Teil der Erde machen. Wie soll ich denn dieses Land für mich bewerten, wenn nicht als Touri?" Nun liebe Stimme, die immer Antworten auf irgendwas will: GAR NICHT!

Stimme: "Aber..."
ColaBiert!: "GAR NICHT!"
Stimme: "Arsch!"
ColaBiert!: "Selber"

Das hätten wir nun geklärt.

Im Prinzip gibt es zwei Länder, in die jeder mal will: USA und Japan. Auch wenn man die USA überhaupt nicht groovy findest wegen Bush und so. Aber hin muss man mal, damit man´s gesehen hat. Dann ist man da, macht ein Poserfoto von sich und dem Ground Zero und wird in Texas aus Versehen von einem Redneck erschossen. Toll. In Belgien haste das nicht.

Übrigens, lege ich nun den Fakt fest, dass jeder einmal einen USA- Artikel hatte bzw. noch hat. Jeder. Entweder einen Pullover, ein T-Shirt, eine Mütze oder sonst irgendwas. Jeder! Natürlich wurden diese wegen Bush und so in die Altkleidersammlung gegeben und jetzt rennen ehemalige Bratwurstbudenbesitzer, die wegen der Konkurrenz von McDonalds arbeitslos geworden sind, mit Stars´n´Stripes- Pullies durch die Gegend. Wie schön ist doch die Gegenwart.

Nach Japan will man in erster Linie um zu sehen ob es dort wirklich Höschen- Automaten gibt, bzw. um sich selbst zu überzeugen ob dieses ganze Zeug wirklich existiert, welches man durch´s Internet kennt. Sicher, in vielerlei Hinsicht sind unsere japanischen Freunde um einiges extremer als wir. Jedenfalls aus westlicher Sicht. Ich bin allerdings überzeugt, dass man Deutschland auch so einen Ruf geben könnte, wenn man irgendein groteskes Zeug zusammen sammelt und dieses, möglichst einseitig, dem Rest der Welt präsentiert. Das Japan- Zentrum der meisten Gehirne ist eben leider total verklebt von einem Schleim, bestehend aus rohem Fisch, Schulmädchenuniformen, Noise- Musik, Bondage, Seppuku etc. Ist man dann in Japan sitzt man wahrscheinlich rum wie Bill Murray in "Lost in Translation". Oder alle Vorurteile werden bestätigt. Kann ich leider nicht sagen, ich war noch nicht da.

Nach Großbritanien will ich übrigens auch. Allerdings nur wegen der "Speaker´s Corner" im Londoner Hyde Park. Für alle denen dies ein fremder Begriff ist: Jeder kann sich da hinstellen und Unsinn reden soviel er will. Ich stelle mir dies so vor: Der schreiende Christ aus der Münchner Fußgängerzone (genau, der mit dem weißen Schnurrbart und der Bastenmütze) multipliziert mit hundert. Das ist doch besser als ein Auftritt von Helge Schneider und Josef Hader zusammen. Kann man zumindestens annehmen.

Wie man richtig reist, habe ich bisher noch nicht geklärt. Also gut: Am besten mit Gepäck, sonst hat man nix dabei. Man bin ich gut. Und jetzt reise ich aus meinem Blog heraus, damit es nicht so voll ist und möglichst viele Leser Platz haben. Absolut wunderherrlich.


Montag, 7. Mai 2012

Kneipperei in Büschelfeld (oder: Die Regeln des bayerischen Volkstheaters)

Übliches, bayerisches Volkstheater


Es gibt verschiedene Dinge, die ich mit meiner Kinheit assoziiere. Dazu gehören neben Waldspaziergängen, begleitet von der Angst verloren zu gehen und einem aufblasbaren Halsreifen, mit dem ich relativ spät  das Schwimmen lernte, das bayerische Volkstheater in Gestalt von Peter Steiners Theaterstadl, dem Chiemgauer Volkstheater oder dem Komödienstadl. Und auch wenn man als Kind, die anspruchsvolle und vielschichtige Handlung dieser Stücke oft nicht versteht, so hat man doch Spaß an den urigen und kauzigen Figuren, die meistens damit beschäftigt sind, irgend etwas nicht zu verstehen oder ununterbrochen Türen zu zu schlagen. Los lässt das einen lebenslänglich nicht mehr. Viele Leute verarbeiten dies künstlerisch. Andere treten selbst dem örtlichen Bauerntheater bei oder werden depressiv. Wie auch immer diese Art der Unterhaltung das Fortleben beeinflusst, die wissenschaftliche Analyse der Stücke ist recht einfach. Damit jetzt nicht jeder Leser dieses Blogs, selbst eine Analyse anfertigen muss, habe ich mich an die Arbeit gemacht und ein typisches Bauerntheatervolksbühnenkomödienstück entworfen, welches ich früher oder später als Manuskript ans Münchner Schauspielhaus schicken werde. Aber das ist Zukunftsmusik, die uns jetzt nicht interessieren soll. Sehen wir uns lieber das (ewig-) gestrige an:

Ein immer wieder kehrender Faktor bei einem solchen Schwank ist das Aufeinanderprallen von Tradition und Moderne. Aus psychologischer Sicht, sicher mit Urängsten und Ähnlichem begründbar, was hier aber nicht hingehört. Schließlich ist so ein Stück zur Unterhaltung und nicht zum Nachdenken da. Wenn, dann wird die Angst unterbewusst übertragen, so wie es auch einige Experten dem Horrorgenre zuschreiben. Aber wie gesagt, dass Hirn wird ja jetzt ausgeschalten, da wir einen griabigen Schwank entwerfen. Nehmen wir für unser Beispiel die Tradition, in Gestalt eines, was sollte es sonst sein, kleinen, bayerischen Dorfes, dem wir den Namen Büschelfeld geben. Euro und Elektrizität sind hier erst einige Jahre nach der offiziellen Einführung angekommen, da man sich gerne in Skepsis übt und Alteingesessenes gern dabei belässt. Das Moderne wird dargestellt durch eine große Kneipp- Anlage, die in unmittelbarer Nähe des Dorfes gebaut werden soll. In wie weit das Kneippen als modern gilt, ist im Endeffekt egal, solange es nur genug Leute für Unfug halten. Also, das Grundgerüst steht schon einmal. Wir können uns denken, dass in einem solchen CSU- Dorf eher mit Misstrauen auf solche Sachen geantwortet wird. Genau darauf bauen nun 70% der Witze auf. Als Alternative zur Kneippkur- Anlage kann auch ein Schnellimbiss, ein Einkaufszentrum oder, wenn die Intention ganz umweltbewusst sein will, eine Müllverbrennungsanalge herhalten. In ganz avantgardistischen Stücken kann auch letzteres durch ein Atomkraftwerk ersetzt werden. Hauptsache es geht um etwas, was eigentlich niemand je in die Nähe eines 500 Seelen- Dorfes bauen würde.

Nun zu den Figuren: Die Hauptfigur ist meistens ein Bauer oder ein Bürgermeister. Manchmal auch ein Wirt. In unserem Fall ist es der Bürgermeister von Büschelfeld. Auffallend an dieser Figur ist, dass sie eigentlich Ungutes vor hat, oder dem Glück anderer Leute im Wege steht. Oft aus selbstgefälligen oder materialistischen Gründen. Trotzdem ist die Figur von anfang an sympathisch und ist am Ende natürlich geläutert. Auf jeden Fall will besagter Bürgermeister, nenen wir ihn Alois Bafframmer, unbedingt, dass in seinem schönen Dorf in Zukunft gekneippt wird, da er sich Einnahmen durch die Patienten verspricht. Der neue Maibaum bezahlt sich ja sicherlich auch nicht von alleine. Während des ganzen Stücks ist übrigens kein Vertreter der Kneippgesellschaft (oder wie man diese Insitution nennt) anwesend, damit der Eindruck eines gesichtslosen Unternehmens symbolisiert wird. Zurück zum Bürgermeister: Das Stück beginnt und der Vorhang öffnet sich unter Blasmusik und Applaus. Zu sehen ist Bafframmers Büro und er selbst, der gerade an seinem Schreibtisch sitzt und mit besagter Kneippgesellschaft telefoniert. Übrigens spielt das gesamte, restliche Stück in diesem Büro, in dem einfach jeder aus- und eingehen kann, wie bei einer Bahnhofstoilette. Nachdem das Telefonat beendet ist, kommt die Sekretärin ins Zimmer und bringt Kaffee, Unterlagen oder Ähnliches. Diese hält insgeheim nichts von den Plänen ihres Vorgesetzten, macht aber widerwillig mit und wird oft angeschrien. Auf jeden Fall spricht sie den gesamten Plan nochmals mit dem Bürgermeister durch, so dass der Zuschauer genau weiss worum es eigentlich geht. Meistens beginnt es mit "I woas nett, oba I hob koa guads Gfui bei der Soch." oder "Soi ma des wiaklich mocha? Glamms wiaklich, doss Büschelsfäid so a Kneipperei bracht?". Erster Running Gag: Man benutzt ununterbrochen das Wort "Kneipperei". Während dieses Gesprächs kommt heraus, dass man die Kneipp- Anlage auf einem ganz bestimmten Grund und Boden aufziehen will, der aber leider dem alten Großlindner Bauern gehört, von dem man weiss, dass dieser von neuen Ideen wenig hält und obendrein den Grund nicht rausrücken will. Dieser stellt die Identifikationsfigur der Geschichte da. Diesen kauzigen, urigen, freundlichen Mann will man seines Grundstücks, aus finanziellen Interressen berauben. Man braucht also einen Plan. Nun geht es erst richtig los!

Der Großlindner Bauer, ein richtig sympathischer, bodenständiger Typ tritt auf zwecks eines Geschäftes mit dem Bürgermeister und einer Vertragsunterzeichnung, die sowieso nicht zu Stande kommen wird. Als man in´s Gespräch kommt, tritt auch der zweite Running Gag in Kraft.

Bürgermeister: Woast Großlindner Bauer, mia woin bei der Wiesn do, die dia keaht a Kur- Anlag hi baun. Wo kronke Leit kneipn kenna.

Bauer: Wos? A Kneipn woits do hi baun?

Von nun an wird jeder, der von der Kneipp- Idee hört fragen, ob man auf den Grund des Großlindner Bauern eine Kneipe hinbauen will. Lustiger geht´s kaum. Wie erwartet steigt der Bauer nicht auf das Geschäft ein und erklärt mit altertümlichem Grinsen, dass diese Wiese schon seid Ewigkeiten in Familienbesitz steht und für keinen Preis der Welt zu erwerben ist. Nun ist guter Rat teuer. Während sich der Bürgermeister Gedanken macht und in Selbstgespräche versunken ist, kommt der beste Freund, meistens der Arzt oder Pfarrer in den Raum. Diese Figuren werden gerne als Komplizen eingesetzt, da sie normalerweise für Ehrlichkeit und Aufrichtigkeit stehen. Religions- und Medizinskritik für das einfache Volk. In unserem Stück ist die Person der Dorfarzt. Der als Einziger gestochenes Hochdeutsch spricht und mit Fachbegriffen um sich wirft, was bei seinen Mitmenschen für Verwirrung sorgt. Der Bürgermeister erklärt sein Leiden und kommt auf einmal auf eine Idee! Der Doktor soll dem gutmütigen Bauern einreden er sei krank und die einzige Hilfe, die es gibt sei eine Kneipp- Kur. Nach erstem Zögern willigt der Arzt ein, da ihm der werte Herr Bürgermeister irgendetwas versprochen hat. Eine neue Röntgenmaschine oder einen Jackson Pollock für´s Wartezimmer. Also Korruption von der auch das gelackmeierte Volk etwas hat. Was die beiden Spitzbuben allerdings nicht bedacht haben ist, dass die sonst so devote Sekretärin an der Tür gehorcht hat und so nun genau über die zwielichtigen Machenschaften des Dorfoberhauptes  bescheid weiß. Der Plan ist nun also, dass man am nächsten Tag den alten Bauern wieder einlädt. Offensichtlich scheint dieser nichts anderes zu tun haben, so dass er jeden Tag ins Rathaus rennen kann. Man will ihn dann, wenn er nichts ahnend dasitzt, betrunken machen, damit ihm der Arzt anschließend einreden kann, er sähe gar nicht gesund aus und bräuche dringend die neuaritge Kur. Wunderbar.

Wie gesagt, hat die Sekretärin alles mitbekommen, sodass dieser Plan nicht ganz so funktionieren wird, wie es sich diese Gesellen ausgemalt haben. Was nun passiert ist relativ unabhängig von der eigentlichen Handlung. Verwechslungen, Türenzuknallen, irgendwer fällt hin, Geschrei, vielleicht bayerisches Gstanzln mit Schuhblattler oder eine Liebesgeschichte. Kann man alles individuell einsetzen. Auf jeden Fall laufen in einer Tour irgendwelche Leute im Büro herum als wäre es das Normalste der Welt. Gegen Anfang des letzten Akts sieht man die gesamte Familie des Bauern mit ihm und der Sekretärin, die die Leute unterrichtet hat aufgeregt im Büro herum stehen. Man kichert in sich hinein und jedem ist es klar: Der Spieß wird umgedreht. Als dann Bürgermeister und Doktor nichts ahnend ins Büro kommen und den Auflauf sehen, wird ihnen klar, dass dieser Abend anders wird als vorgestellt. Los geht die Gaudi! Irgendwie schafft es die Familie den besagten Spieß wirklich um zu drehen und am Ende ist der Bauer nüchtern und seine beiden Widersacher sind besoffen und bekommen von allen beteiligten eingeredet wie krank sie aussehen. Die Beiden haben natürlich Todesangst und stammeln durch die Gegend, als plötzlich der schlaue Bauer ihnen von einem Wundergetreide erzählt, dass er auf seinem großen Grund anbaut, welches den beiden Subjekten helfen könnte. Wer gut aufgepasst hat, dem wird aufgefallen sein, dass man eigentlich vor hatte diese Wiese für die Kneipper zu verwenden. Nun, angesichts des Todes, will man aber unbedingt diese Wiese, auf der komischerweise etwas angebaut wird, zum eigenen Überleben verwenden und ruft stockbesoffen bei der Kneippgesellschaft an, sie könnten ihr "Kneipp Wossa safa bises äana zua die Ohrwascheln naus lafft!" Der Vertrag wird zerrissen und man geht fröhlich lallend nach Hause.

Am nächsten Morgen hat man einen unvergleichlichen Kater, den man, wo sonst, im Rathaus auskuriert. Da kommt auch raus, dass man für dumm verkauft wurde, was dazu führt, dass man sich kurz aufregt, aber letztendlich doch wieder mit Gott und der Welt ausgesöhnt ist. Alle verneigen sich. Ende

Zwischen den Akten, meistens sind es drei, spielt eine bayerische Kapelle, bei der jeder einen anderen merkwürdigen Gesichtsausdruck hat. Nach so einem Stück ist man natürlich fix und foxi, vorrausgesetzt man hat sich nicht komplimentär mit den Figuren betrunken. Jedenfalls funktioniert ein bayerisches Theaterstück genau so und nicht anders. Die Figuren sind natürlich austauschbar, aber die Grundzustaten bleiben die Selben. Wenn man ganz genau hinschaut erkennt man dies auch bei Shakespeare wieder, jedenfalls sagt dies jeder Volksschauspieler, damit seine "Kunst" nicht als Unterhaltungsradau bezeichnet mit. Nun ja, vorrausgesetzt man hat keinen Blog, muss man sich mit diesem Thema auch nicht weiter auseinandersetzen, weshalb ich auch glaube, viele Leute mit diesem Eintrag irritiert zu haben. Ich kann ja mal was über´s Wetter sagen, damit alle mitreden können. Ich glaube diese Woche wird´s nicht so schön wie letzte Woche. Nicht unterhaltsam? Ja, aber sie wollten ja mitreden. Kasperl.

Montag, 23. April 2012

Gäbe es nur eine Trinkflaschenstöpselgröße, gäbe es diesen Eintrag nicht


Absolut keine Notwendigkeit für einen Flaschendeckel


Als ich vor einer Woche meine Zahnbürste fragte, was ich denn auf meinem schönen Blog so schreiben könnte, wusste sie nicht so recht und sagte erstmal überhaupt nichts. Ich dachte mir: "Nun gut, eine gute Idee braucht Entwicklungszeit, das weisst du ja selbst am besten." Also ließ ich der struppigen Kameradin ein wenig Zeit, bevor sie mir einen angemessenen Vorschlag unterbreiten konnte. Nachdem allerdings die Woche vorbei war und die Bürste immer noch nichts gesagt hatte, wurde es mir zu dumm mit diesem unkreativen Objekt und sie flog in hohem Bogen zum Fenster hinaus. Nun rieche ich bereits seid zwei Wochen unangenehm aus dem Mund (wissenschaftlich: Maulgammel) und habe immer noch keine neue Idee. Deshalb erzähle ich von einem kleinen Missgeschick, welches mir letztens erst widerfahren ist.

Kürzlich kam ich auf die famose Idee, mir eine spritzige Orangensaft Schorle zu genehmigen, da ich zufällig Orangensaft und kohlensäurehaltiges Mineralwasser mein Eigen nennen durfte. Mit Hilfe eines handelsüblichen Trichters mischte ich den Saft der runden Frucht mit dem einzigen Element, dass sich gut in Flaschen verkaufen lässt. Ich schüttete also das eine Zeugs in das Andere. Glücklicherweise ging nichts daneben, sodass ich nicht genötigt war zum handelsüblichen Lappen zu greifen. Nun schrieb ich aber, dass mir ein gar mistig Missgeschick widerfahren sei. Keine Angst, dazu komme ich jetzt: In meiner freudensbedingten Geistesabwesenheit versuchte ich die Flasche des Saftes, welche einen recht breiten Hals hatte, mit dem viel kleineren Deckel des klassischen Mineralwassers zu verschließen. Lange Rede, kurzer Sinn: Der Deckel plumste in die Flasche und schwamm dort wie ein Boot voller betrunkener Schwaben ziellos herum.

Verständlicherweise war ich aufgebracht und ließ meinen Frust sofort an der Mikrowelle aus. Nun stinke ich nicht nur aus dem Mund wie ein Kläranlage, sondern esse diverse Speisen kalt, wenn nicht sogar tiefgefroren. Wie auch immer, kam mir doch bei meinem Malör ein philosophischer Geistesblitz: Nämlich dass der Mensch mit viel zu kleinen Mitteln versucht einen viel zu großen Sachverhalt zu verstehen und letztendlich hilflos dahintreibt. Für Sonderschulabbrecher: Der Mensch versucht sich etwas zu erklären, ist aber zu blöd dazu und ist letzten Endes frustriert. Darüber könnte ich ein Buch schreiben. Nun wird die Stimme der Aufgebrachtheit natürlich aus ihrem Dachsbau gekrochen kommen und mir was husten. "Ächo, Ächö!! Sie neunmalkluger Stöpselphilosoph! Ächö, Ächö! Das weiss doch schon jeder Depp! Man muss sich einmal "Gute Zeiten unter uns" zu Gemüte führen und schon hat man den Sachverhalt verstanden!" Also gut, ich schreibe keine philosophische Abhandlung über offensichtliche Sachverhalte. Sowas nennt sich außerdem nicht Philosophie, sondern Richard David Precht. Egal.

Ich könnte natürlich auch eine Kunst- Performance daraus machen: Zehn halbnackte, junge Mädchen stehen nebeneinander und lassen unaufhörlich Wasserflaschendeckel in Orangensaftflaschen fallen. Dazu läuft im Hintergrund so etwas wie Zwölftonmusik. Allerdings nur mit fünf Tönen. Den Sinn dahinter ist absichtlich nicht zu erkennen, da Kunst erst richtig interessant ist, wenn man auf den ersten Blick nichts versteht. Nein, das war kein ironischer Kommentar, wie er sonst von "Das-kann-mein-Kind-doch-auch-malen"- Leuten kommt, sondern absolut ernst gemeint. Besagte Leute sollten am besten von Allan Kaprow überfahren werden. Und zwar mit einem Auto, von dem kurz zuvor Frauen Marmelade leckten und an welches Chris Burden genagelt ist. Anschließend kann Joseph Beuys gerne dem Publikum zeigen, wie man dem toten Kunstbanausen die Bilder erklärt. Der Kunststudent schnappt jetzt natürlich nach Luft, weil er vor lauter Lachen droht zu verrecken. Der Rest knallt mit dem Kopf auf den Tisch. Auch gut.

Da wir gerade beim Thema "Leute zum überfahren" sind: Als ich letztens im Norma den Dienst an der Kasse tätigen musste, hatte ich das Pech weder Fünfer Scheine, noch Münzen der Wertigkeit Eins und Zwei zu haben. Weiterhin hatte ich das Pech, einem Vollidioten sieben Euro herausgeben zu müssen, der überaupt nicht damit einverstanden war, dass er den Betrag in 50 Cent- Stücken bekam. Jedenfalls war meine fiese Cent- Aktion nicht das Einzige, was ihn an der Filiale störte, sondern auch die "Tatsache", dass es nie was Frisches gäbe. Ich hätte ihm vorschlagen sollen, dass er um 06:45 Uhr antanzen solle um sich an zu sehen, wie wir Kistenweise frich angekommene Erdbeeren, Eisbergsalate und Jeanshosen einräumen. Dann würde er sich sicher beschweren, dass es totlangweilig wäre sich so etwas ansehen zu müssen. Jedenfalls kam ich diesem Subjekt mit dem ultimativen Totschlagargument "Sie müssen ja nicht hier einkaufen", was vom Käufer hinter unserem Meckerfritzen bejaht wurde. Dieser beledigte den Cent- Verweigerer anschließend noch, wie dieser, nach eigener Aussage "noch nie beleidigt worden wäre". Nämlich mit: "Sie gehören ins Irrenhaus". Jedenfalls wurde uns noch ein Nachspiel versprochen.

Ui, neue Idee für eine Kunstaktion! Zehn halbnackte, junge Mädchen beschießen mit Hilfe von Steinschleudern einen gefesselten Vollidioten mit 50 Cent- Stücken. Wenn Hermann Nitsch noch Lust hat, kann er vorbei kommen und ihm einen Kalbskadaver um die Ohren hauen. Anschließend gibt es für alle Orangensaft mit Wodka. Vielleicht passt ja der Kartoffelschnaps- Deckel auf die Saftflasche.